Der Meisterturm

 

Der Meisterturm ist ein Aussichtsturm in Hofheim am Taunus. Er befindet sich in 292 M. ü. NN auf dem bewaldeten Kapellenberg nordwestlich der Stadt. Heute überragt er die umliegenden Bäume nur noch um wenige Meter, obgleich er einen kompletten Rundumblick, nach Süden über das Rhein-Main-Gebiet, bei klarer Sicht bis zum Odenwald, nach Norden auf die Höhenzüge des Taunus mitsamt dem Großen Feldberg, bietet.

Bereits 1895 errichtete der Hofheimer Verkehrs- und Verschönerungsverein auf dem Kapellenberg einen hölzernen Aussichtsturm. Eigentlich war ein steinerner Turm vorgesehen. Aus Kostengründen wurde durch Zimmermeister Fleischmann aus Seidenbuch ein Holzturm umgesetzt. Der 24 Meter hohe Turm kostete 4.000 Goldmark. Eröffnung war am 13. Oktober 1895. Neben dem Turm wurde eine Schutzhütte errichtet, die an Sonn- und Feiertagen bewirtschaftet war. Am Anfang des Ersten Weltkriegs wurde der Turm genutzt, um Fliegerwache zu halten. Kriegsbedingt wurde auf die notwendigen Instandhaltungsmaßnahmen verzichtet und der Turm verfiel. 1921 wurde er abgerissen.

Nach dessen Abriss 1921 wurde im Jahr 1928 als Ersatz ein neuer Turm aus Stahlfachwerk erbaut. Der Turm wurde von der Firma Josef Herzog aus Hofheim errichtet. Der Turm ist nach dem ersten Landrat des Landkreises Höchst (Vorläufer des Main-Taunus-Kreises), Dr. Wilhelm von Meister, benannt. Im Zweiten Weltkrieg wurde 1940 ein Luftangriff französischer Bomber gegen den Turm geflogen, ohne jedoch Schaden anzurichten.

Der Meisterturm besteht aus einem Stahlfachwerk mit viereckigem Grundriss. Innerhalb des Stahlskeletts befindet sich mittig eine Wendeltreppe, die zur überdachten Aussichtsplattform in 35 Meter Höhe führt. Die filigran anmutende Konstruktion stützt sich auf ein quadratisches, etwa acht mal acht Meter messendes Betonfundament. Als technisches Baudenkmal steht der Turm unter Denkmalschutz. Am Fuße des Turms befindet sich eine Ausflugsgaststätte.